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Nachhaltiges Flächenmanagement im Grünen Ring Leipzig

Folge. Dadurch werden landwirtschaftlich genutzte Flächen zerschnitten und fruchtbare Böden dauerhaft der Erzeugung von Nahrungsmitteln und nachwachsenden Rohstoffen entzogen. Der Zuwachs der Siedlungs- und Verkehrsflächen führt darüber hinaus zu einem Mehrbedarf an Energie und Rohstoffen für den Bau und Unterhalt zusätzlicher Gebäude und Verkehrswege. Dies zieht weitere Umweltbelastungen wie den Ausstoß von Schadstoffen und Klimagasen nach sich. Um diesen Prozessen entgegenzuwirken, sind intelligen- te Maßnahmen und Instrumente gefragt. Brachliegende Verkehrs-, Gewerbe- und Industrieflächen sowie militärische Konversionsflächen bieten hier geeignete Potenziale: Häufig bieten sie gute infrastrukturelle Voraussetzungen und sind günstig gelegen. Durch konsequente Revitalisierung können sie einen hohen Anteil des Bedarfs an neuer Gewerbe- und Wohnbaufläche decken und unterstützen so eine nachhaltige innerstädtische Entwicklung. Interkommunales Brach- und Kompensations- flächenmanagement als Lösung Die Realisierung neuer Bauvorhaben greift in Natur und Landschaft ein. Solche Eingriffe sollten vorrangig in unmit- telbarer Nähe kompensiert werden. Die dafür notwendigen Flächen stehen jedoch nicht mehr ausreichend zur Verfü- gung. Denn durch die großen Gewerbeansiedlungen und Infrastrukturmaßnahmen im Leipziger Stadtgebiet wurden sowohl der Kompensationsflächenpool als auch das Ökokon- to der Stadt Leipzig fast vollständig ausgeschöpft. An diesem Punkt setzt das interkommunale Brach- und Kompensations- management des Grünen Rings Leipzig (GRL) an: Die im GRL zusammengeschlossenen Kommunen machen von der Möglichkeit Gebrauch, die entsprechenden Maßnahmen im Naturraum des Verbundes zuzuordnen. Das Entsiegeln und Begrünen von Brachflächen spielt hierbei eine maßgebliche Rolle. Kompensationsmaßnahmen, wie z. B. für den Bau der Bundesautobahnen 38 und 72, werden dort vorgenommen, wo Flächen wieder einer Nutzung zugeführt werden können – etwa durch die Neuanlage von Grünflächen als Erholungs- raum. Es ist aber auch eine Bevorratung von Maßnahmen auf Ökokonten möglich. Vom Messegelände zur Frischluftoase: Im agra-Park in Leipzig und Markkleeberg wurden zahlreiche Kompensationsmaßnahmen umgesetzt. >> Zum besseren Verständnis Eingriffe in Natur und Landschaft sind nach § 14 Abs. 1 BNatSchG Veränderungen der Gestalt oder Nutzung von Grundflächen oder Veränderungen des mit der belebten Bodenschicht in Verbindung stehenden Grundwasserspiegels, die die Leistungsfähigkeit des Naturhaushalts oder das Landschaftsbild erheblich beeinträchtigen können. Versiegelung ist das Bedecken des natürlichen Bodens durch bauli- che Materialien wie Beton, Asphalt und Pflastersteine, wonach in den Boden kein Niederschlag mehr eindrin- gen kann und viele der dort ablaufenden Prozesse, z. B. die Bildung von Grundwasser, eingeschränkt oder gestoppt werden. Enorme Hochwasserschäden sind häufig die Folge. Kompensation meint das Ergreifen geeigneter Maßnahmen des Naturschutzes und/oder der Landschaftspflege, um das durch Eingriffe beeinträchtigte Naturpotenzial an anderer Stelle wiederherzustellen und auszugleichen. Hierbei wird zwischen Ausgleichsmaßnahmen (in räumlicher und funktionaler Nähe zum Eingriff) und Ersatzmaßnahmen (in räumlicher und funktionaler Entfernung zum Eingriff) unterschieden. Ökokonto beschreibt einen Pool zu Kompensationszwecken geeigneter Maßnahmen, die bereits vor einem Eingriff durchgeführt wurden und an kompensationspflichtige Eingriffsverursacher vermittelt werden können. Brachflächen sind ehemals verkehrstechnisch, industriell, gewerb- lich, militärisch oder landwirtschaftlich genutzte Freiflächen und Baulücken, die aufgrund des struktu- rellen Wandels, der militärischen Abrüstung oder der Umgestaltung von Stadtgebieten derzeit nicht genutzt werden. Je nach Typ und Zustand der Flächen werden Brachen unterschiedlich differenziert und bewertet: Industrie- und Gewerbebrachen mit oft kontaminier- ten Böden, Wohn- und Gartenbrachen, Acker- und Grünlandbrachen mit einem meist hohen Potenzial an Biodiversität. Revitalisierung ist die Wiedereingliederung in den Wirtschaftskreis- lauf von Flächen, die ihre bisherigen Funktionen und Nutzungen verloren haben. Renaturierung umfasst die Wiederherstellung von naturnahen Lebensräumen und Rekultivierung ist die Wiederurbarmachung, z. B. von versiegelten und kontaminierten Flächen. 9

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