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Nachhaltiges Flächenmanagement im Grünen Ring Leipzig

52 Nachhaltiges Flächenmanagement Ein Erfahrungsbericht Nürnberg: Stadt- und Freiraumentwicklung auf Augenhöhe Mit einer Siedlungsdichte von rund 4605 Einwohnern pro Quadratkilometer gehört Nürnberg – neben Ham- burg und Berlin – zu den am dichtesten besiedelten Großstädten in Deutschland. In den letzten 20 Jahren hat sich die Einwohnerzahl um etwa 21 500 erhöht. Bis 2025 wird ein Zuwachs von weiteren 12 000 Men- schen prognostiziert. Der Bedarf an Bauflächen soll zu einem großen Teil im Rahmen der Innenentwicklung gedeckt werden. Damit sind Veränderungen verbunden, denn durch die Bebauung von Freiflächen erhöht sich zugleich die Häuserdichte und vorhandene Freiflächen werden intensiver genutzt. Obwohl in Nürnberg gelungen ist, zwei Drittel des neu- en Flächenbedarfs für Wohnraum und Arbeitsplätze mit Potenzialen aus dem Innenbereich zu decken – z. B. durch die die Bebauung von Baulücken und die Wiedernutzung von Konversionsflächen – konnte die parallele Freiraumentwicklung nicht mit der Siedlungs- entwicklung Schritt halten. Vor allem in innerstädtischen Quartieren und neuen Baugebieten macht sich der Man- gel an öffentlichen Grün- und Parkflächen bemerkbar: Durchschnittlich 13 Quadratmeter hiervon stehen jedem Stadtbewohner zur Verfügung. Ökokonto im Dienst öffentlicher Grünflächen Nach den vom Stadtrat beschlossenen Richtwerten für neue Wohnviertel sollen in Gebieten mit Geschosswohnungsbau 20 Quadratmeter öffentliche Grünflächen und in Einfami- lienhausgebieten zehn Quadratmeter pro Einwohner zur Verfügung stehen. In diesen Räumen stellt sich die Frage, ob die Defizite durch alternative Angebote zumindest anteilig ausgeglichen werden können. Die Bevölkerung der Wohngebiete am Stadtrand (z. B. Kraftshof oder Fisch- bach) nutzt den angrenzenden Wald oder die benachbarte Agrarlandschaft für die tägliche Erholung. Die Bewohner der Innenstadt können die Landschaftsräume zur Wo- chenenderholung nutzen. Externe Kompensationsflächen, die der Öffentlichkeit zugänglich sind, spielen daher eine zunehmende Rolle für die Naherholung. Klar ist: Extensiv genutzte ökologische Ausgleichs- und Ersatzflächen können zwar nicht die gleichen Ansprüche erfüllen wie intensiv genutzte öffentliche Parkanlagen. Dennoch können diese grünen Zäsuren in der Landschaft das städtische Grünsys- tem in seinen Außenräumen gut ergänzen. Eine wesentliche Rolle kommt hierbei dem Ökokonto der Stadt zu. Im Jahr 2005 mit dem Zweck eingerichtet, Kompensationsflächen allein für städtische Vorhaben vorzuhalten, wurde die Handhabung des Kontos sukzessive erweitert. Ökokon- topunkte werden inzwischen auch für externe Vorhaben bereitgestellt, um den Abschluss von Bauleitplanverfahren zu unterstützen. Die Kosten der von der Stadt vorfinanzier- ten Maßnahmen werden in diesem Fall auf die Bauherren umgelegt. Das Ökokonto der Stadt Nürnberg umfasst 97 stadteigene Grundstücke mit einer Gesamtfläche von ca. 37 Hektar (Stand: 31.12.2013). Als Kulisse für die Kompensations- maßnahmen dienen Schwerpunktgebiete der Landschafts- entwicklung und des Biotopverbundsystems. Diese sind im Flächennutzungsplan der Stadt festgelegt. Dazu zählen u. a. Überschwemmungs- und Landschaftsschutzgebiete, Wälder im städtischen Eigentum und Grenzertragsstandorte wie Feuchtgebiete. Mit rund 1540 Hektar bietet diese Kulisse ein großes Flächenpotenzial. Die meisten Kompensations- maßnahmen finden hier statt. Veranlasst werden z. B.: • Neuanlagen von extensiven Wiesen, v. a. Sandmager- rasen und Feuchtwiesen, auf Äckern und Brachflächen • Entwicklungen von extensiven Wiesen auf intensiv genutzten Grünflächen durch ein standortangepasstes Neues Biotop am Nürnberger Westpark: Aus einer Brachfläche mit vorwiegend krautiger Vegetation wurde schrittweise ein Sandmagerrasen entwickelt. hat sich die Einwohnerzahl um etwa 21500 erhöht. Bis 2025 wird ein Zuwachs von weiteren 12000 Men-

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