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Nachhaltiges Flächenmanagement im Grünen Ring Leipzig

48 Nachhaltiges Flächenmanagement Ein Erfahrungsbericht Im Gespräch Oliver Hasemann, ZwischenZeitZentrale Bremen Die Arbeit der ZZZ geht weit über eine Vermittlungsleistung hinaus. Was ist der Anlass für diese intensive Betreuung von Zwischennutzern und Eigen- tümern? Der Großteil unseres Teams stammt selbst aus der Zwischen- nutzerszene. Daher wissen wir recht gut, was es braucht, um Projekte zu initiieren und erfolgreich am Laufen zu halten. Dieses Know-how möchten wir gerne weitergeben, aber auch erweitern. Deshalb verstehen wir uns nicht nur als Mittler und Übersetzer, sondern stoßen auch selbst Projekte an und begleiten diese über einen langen Zeitraum. 70 Prozent der Projekte finden in öffentlichen Objekten statt. Was sind die häufigsten Nutzungsarten und wie lange dauern die Projekte im Durchschnitt? Kulturelle Projekte bilden die Mehrheit. Genauer gesagt sind es 37 Prozent. Fast die Hälfte dauert weniger als einen Monat, ein Viertel über ein Jahr. Einige Projekte haben sich bis heu- te verstetigt und sind inzwischen in reguläre Mietverhältnisse übergegangen – z. B. die Plantage 9. Hier arbeiten mittlerwei- le über 30 Künstler, Fotografen, Handwerker, Designer und Gestalter. Das Café Radieschen nutzt die Räume einer ehema- ligen Gärtnerei und ist in der Bremer Neustadt etabliert. Wie ist es zum Schwerpunkt Kreativwirtschaft gekom- men? Welche Vorteile ergeben sich dadurch? Das hat sich über die Anfragen und realisierten Projekte er- geben. Zu vielen Akteuren gab es gute Kontakte, so dass hier schnell Projekte folgten. Hinzu kommt, dass diese Nutzer- gruppe sehr aktiv auf der Suche nach Räumen ist und flexibel mit den angebotenen Flächen umgehen kann. Der Vorteil liegt tatsächlich in der Anpassungsfähigkeit und dem Wunsch, mit ungewöhnlichen Räumen zu arbeiten. Diese wirken dann auf die Nutzer. Was sind die aktuellen Herausforderungen Ihrer Arbeit? Trotz der vielen erfolgreichen Projekte bleibt es eine Herausfor- derung, Eigentümer von Zwischennutzungen zu überzeugen. Hier fehlen häufig Anreize. Zudem gibt es immer noch genü- gend ökonomische Gründe, die Eigentümer dazu veranlassen, ihr Objekt leer stehen zu lassen – z. B. Buchwerte, Kredite auf Immobilien, Abschreibungen etc. In Einzelfällen sind auch die laufenden Kosten in den Objekten zu hoch, als dass eine Zwischennutzung rentabel wäre. Jede Zwischennutzung ist in- dividuell. Das heißt: Vielfach lassen sich nur Teile der Erfah- rungen für weitere Projekte nutzen und es müssen wieder neue Lösungen entwickelt werden. Dies wiederum macht die Arbeit in der ZZZ so interessant. Was wünschen Sie sich für die Zukunft der ZZZ? Die Vision, die bereits in Teilen realisiert werden konnte, ist, Zwischennutzungen in Reaktivierungsprojekte zu integrieren. Als experimentelle, preiswerte Möglichkeit zur Erprobung der Nutzungsmöglichkeiten eines leerstehenden Objekts oder Areals können sie dazu dienen, Strategien für die weitere Umnutzung und für Umbauten zu entwickeln. Regionalverband Ruhr: Mutiges Konzept zur Sicherung der Biodiversität Mit der Idee, brachliegende Industrieflächen im Ruhrgebiet aufzukaufen und zu Offenlandbiotopen zu entwickeln, hatte sich der Regionalverband Ruhr (RVR) gemeinsam mit den Biologischen Stationen Östliches und Westliches Ruhr- gebiet im Jahr 2008 um eine Förderung des Bundes be- worben. Dem im Wettbewerb »idee.natur – Zukunftspreis Naturschutz« eingereichten Konzept ging eine detaillierte Erhebung von Flächen voraus, die für die Sicherung einer hohen biologischen Vielfalt im Ballungsraum besonders Flächenverteilung des Verbandsgebiets Stand: 2014, Quelle: RVR Flächenverteilung des Verbandsgebiets (Stand: Juli 2014) 39,2 Prozent Landwirtschaftsflächen 32,5 Prozent Siedlungs- und Verkehrsflächen 18,2 Prozent Waldflächen 3,2 Prozent Wasserflächen 6,9 Prozent Sonstige Flächen

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