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Nachhaltiges Flächenmanagement im Grünen Ring Leipzig

46 Nachhaltiges Flächenmanagement Ein Erfahrungsbericht koopstadt: Stadt- entwicklung Bremen, Leipzig und Nürnberg Mit- und voneinander lernen und Beispiel sein für andere – das haben sich die Städte Bremen, Leipzig und Nürnberg zum Ziel gesetzt und 2007 gemeinsam das Pilotprojekt »koop- stadt« ins Leben gerufen. Bis 2015 wollen sie sich intensiv zu Themen der Stadtentwicklung austauschen und innovative Lösungen für deren zentrale Herausforderungen erproben. Die Partnerstädte verstehen sich dabei als Anschauungsobjekt, Werkstatt und Impulsgeber für einen angeregten Dialog über Stadtentwicklung, in den auch die Öffentlichkeit einbezo- gen wird. Drei eng miteinander verknüpfte Themenfelder markieren den Rahmen des interkommunalen Ideen- und Erfahrungsaustauschs: 1. Ökonomische Innovation, kreative Milieus und Beteiligung, 2. Regionale Kooperation, räumliche Vernetzung und neue Aktionsräume und 3. Urbane Lebens- qualität, ökologischer Wandel und sozialer Zusammenhalt. Den Themenfeldern sind jeweils spezifische Projektfamilien zugeordnet. Mehrtägige Workshops, die alternierend in einer der drei Städte stattfinden, bilden den Kern der gemeinsamen Lern- und Experimentierarbeit. Zwischennutzung als Normalfall Der Umgang mit Flächen steht im Fokus der Projektfamilien »Kultur- und Kreativwirtschaft« und »Temporäre Raum- partnerschaften«. Auffallend: Alle drei Städte verfügen über Erfahrungen mit Zwischennutzungen, die oft Anstoß zur Entwicklung innerstädtischer Quartiere sind, und streben eine enge Kooperation mit der Kultur- und Kreativwirtschaft an. Deren Akteure fungieren nämlich häufig als »Raumpioniere« und es entwickeln sich temporäre Nutzungen von unter- schiedlicher Dauer und Frequenz mit einer großen Bandbreite an Nutzungsformen und Trägerschaften. Ob Strukturwandel, Verlust traditioneller Infrastrukturen oder Umbau sozialer und kultureller Einrichtungen – Bremen, Leipzig und Nürnberg teilen, wenn auch in unterschiedlichem Maße, solche und ähnliche Umbruchserfahrungen. Entspre- chend verschieden sind auch die jeweiligen Flächensituationen und Zielsetzungen hinsichtlich der Entwicklung brachliegen- der Areale und leerstehender Gebäude. Während die Stadt Nürnberg Zwischennutzungen als Impuls für neue ökonomi- sche Ausrichtungen von Brachflächen betrachtet, erzeugt die Stadt Bremen durch kulturelle Nutzungen und soziokulturelle Aktionen Anstöße zur Diskussion über Stadt(teil)entwicklung und langfristige Nutzungsziele. Die Stadt Leipzig bedient sich der Zwischennutzungsstrategie, um frei gewordene Räume mit kulturellen und sozialen Funktionen zu besetzen, oder stellt sie Interessierten zur Verwirklichung temporärer Projekte zur Verfügung. In Bremen liegt der Fokus auf Transformationsarealen unter- schiedlicher Größe, die über die ganze Stadt verteilt sind. In Leipzig entwickeln sich die Zwischennutzungen vor allem im gründerzeitlichen Gebäudebestand, in leer stehenden Objekten an den Magistralen, in Baulücken oder auf brachgefallenen In- dustrieflächen. In Nürnberg unterliegen die großen Transforma- tionsareale einem hohen Nutzungsdruck, der einer Zwischen- nutzung durch die Kultur- und Kreativwirtschaft nur wenig Spielraum lässt. Fest steht: Jede Stadt braucht ihre eigenen Strategien und Instrumente. Insgesamt besteht im Rahmen von »koopstadt« die Chance, eine facettenreiche und übergreifende Position zum Thema zu erarbeiten. Weitere Informationen: www.koopstadt.de >> Pilotprojekt »koopstadt«: Potenzialräume für Zwischennutzungen Stand: 2014, Quelle: Andreas Paul, Büro für urbane Projekte

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