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Nachhaltiges Flächenmanagement im Grünen Ring Leipzig

37 Intelligent und eingriffsnah: Kompensationsmaßnahmen für den Bau der Bundesautobahnen 38 und 72 Durch den Neubau der Bundesautobahn 38 südlich von Leipzig und die Verlängerung der Bundesautobahn 72 zwischen Borna und Leipzig wurden und werden wert- volle Böden und Landschaftsräume in ihren Funktionen beeinträchtigt. So hat die 2006 fertiggestellte Südumge- hung der Bundesautobahn 38 den Ortsteil Seifertshain von den übrigen vier Ortsteilen der Gemeinde Großpös- na abgetrennt und zugleich einen über 40 Quadratkilo- meter großen, zusammenhängenden und störungsarmen Raum zerschnitten. Auch der Trassenbau der Bundesau- tobahn 72 wird in den nächsten Jahren weitere umfas- sende Landschaftseingriffe nach sich ziehen – darunter den Verlust fruchtbarer Ackerflächen sowie Teilrodungen des ca. 85 Hektar großen »Röthaer Holzes«. Weitere Fol- gen sind: Wegfall klimawirksamer Waldflächen, Lebens- raumverluste für Tiere und Pflanzen, Zerschneidung der Fluglinien von Fledermäusen. Um die mit den Eingriffen verbundene Kompensation na- turräumlich sinnvoll und eingriffsnah umzusetzen, haben die Kommunen des GRL zahlreiche geeignete Maß- nahmen ermittelt und diese den Eingriffsverursachern vorgeschlagen. Resultat der engen Kooperation und der mitunter harten Verhandlungen: Viele Vorschläge wurden und werden im Planfeststellungsverfahren erfolgreich berücksichtigt. Auf diese Weise konnten und können wertvolle Landwirtschaftsflächen geschont und großräu- mige Grünzonen vernetzt werden. Dies schließt auch das Wiederbeleben einiger Brachflächen ein (vgl. dazu z. B. Best Practice, S. 39). Großpösna: Eignung von über 20 Flächen bewertet Die Gemeinde Großpösna erwies sich in diesem Zusammen- hang als besonders engagiert. Bereits 2002 ließ die Kommune prüfen, inwieweit 23 vorgeschlagene freiraum- und landschafts- gestalterische Maßnahmen für Kompensationszwecke realisiert werden können. Dazu gehörten Ortsrandbegrünungen, Ge- hölzpflanzungen und Gewässerrevitalisierungen. Einige Projekte wurden daraufhin als Ausgleichs- und Ersatzmaßnahme für den Neubau der Bundesautobahn 38 vorgeschlagen und inzwischen umgesetzt. So wurden eine ca. 13 600 Quadratmeter große Fläche zwischen der Autobahn und der Ortslage mit Bäumen und Sträuchern bepflanzt sowie Brauteich und Hellerteich im Zentrum der Gemeinde entschlammt und ökologisch aufgewer- tet. Beide Teiche zusammen bilden eine Wasserfläche von ca. einem Hektar. Nördlich des Ortsteils Dreiskau-Muckern wurde zudem eine ca. sechs Hektar große landwirtschaftlich genutzte Fläche mit Laubmischwald aufgeforstet. So konnte ein bis dahin fehlender, begrünter Ortsrand als Übergang von der dörflichen Struktur in die freie Landschaft geschaffen werden. Auf ca. 840 Metern Länge entlang des Kolmgrabens im Orts- teil Seifertshain wird demnächst eine mehrstufige Hecke mit Krautsaum angelegt und so der Gewässerrandstreifen in seiner ursprünglichen Größe wiederhergestellt. Weitere Maßnahmen betreffen Uferbereiche am Störmthaler See. Bereits planfest- gestellt wurde hier die künftige Bepflanzung der Flächen mit Bäumen und Sträuchern. Die Aufforstungen in Großpösna fügen sich in einen seit fast 20 Jahre andauernden Zyklus ein, in dem bereits über 60 Hektar Wald neu angelegt wurden. Die Maßnahmen kommen nicht zuletzt auch der Rekultivierung der Tagebaufolgelandschaft zugute. Früher befand sich west- lich von Großpösna der Braunkohletagebau Espenhain. Heute liegen hier der Störmthaler See und der Markkleeberger See. Aufforstung in Großpösna, Ortsteil Dreiskau- Muckern: 2005 wurden auf der zuvor landwirtschaft- lich genutzten Fläche heimische und standort- gerechte Laubgehölze angepflanzt. umgesetzt. So wurden eine ca. 13600 Quadratmeter große

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