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Nachhaltiges Flächenmanagement im Grünen Ring Leipzig

Umsetzung ungewiss: Rücktritt der Gemeinde Rackwitz von Kompensationsmaßnahmen Als Ergebnis einer gezielten Ansiedlungspolitik und günstiger Anbindungen hat sich im Nordraum von Leipzig in den letzten 15 Jahren eine dynamische Wirtschaftsstruktur mit zahlreichen Industrie- und Gewerbegebieten entwickelt. Ca. 15 000 neue Arbeitsplätze sind seitdem entstanden. Um die Wettbewerbs- fähigkeit des Nordraums weiter zu stärken, wurde 2010 die Aufstellung des B-Plans 208 »Industriegebiet Seehausen II« beschlossen. Das 53 Hektar große Areal, das zurzeit landwirt- schaftlich genutzt wird, schließt sich nördlich an das bereits be- stehende Industriegebiet »Seehausen I« an und ist vorrangig für die Ansiedlung von Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes vorgesehen. Da eine Kompensation innerhalb des B-Plans nicht möglich ist, wurden zehn externe Kompensationsmaßnahmen zugeordnet – darunter drei Flächen außerhalb des Leipziger Stadtgebiets. So war unter anderem geplant, in der Gemeinde Rackwitz brachgefallene Stallanlagen des ehemaligen Volksguts Zschortau abzubrechen, Flächen zu entsiegeln und eine Streuobstwiese an- zulegen. Anhaltende Unklarheiten bezüglich der Umsetzung des geplanten Gewerbegebiets einerseits und neue Fördermittel zur zeitnahen Revitalisierung von Brachflächen andererseits führten im Sommer 2013 dazu, dass die Gemeinde Rackwitz die dem B-Plan zugeordneten Kompensationsmaßnahmen zurückzog. Mit Zustimmung zum vorzeitigen Maßnahmenbeginn hat die GRL-Kommune inzwischen begonnen, das Volksgut zu ent- kernen. Ziel ist es, sämtliche Gebäude abzureißen und das fast vier Hektar große Gelände anschließend zu begrünen. Um die Unklarheiten zu beseitigen, wird zurzeit für den B-Plan 208 ein erneutes Billigungs- und Auslegungsverfahren vorbereitet. Die zugeordneten Kompensationsmaßnahmen wurden bisher nicht umgesetzt, da das erforderliche Baurecht noch nicht geschaffen wurde und kein Flächeneingriff erfolgte. Im Gespräch Manfred Freigang, Bürgermeister von Rackwitz Sie haben das Volksgut Zschor- tau im IKOMAN erfasst, um das Gelände Investoren als Kompensationsfläche anzu- bieten. Warum haben Sie die Maßnahme trotz erfolgreicher Zuordnung zurückgezogen? Wir haben uns natürlich sehr ge- freut, dass die Fläche im B-Plan 208 berücksichtigt wurde, denn die etwa 900.000 EUR Revitalisierungskosten hätten wir als Gemeinde nie alleine stemmen können. Das Volksgut ist mit seinen vielen Gebäuden – darunter Stallungen, Werkstät- ten, Wohnungen und ein großes Herrenhaus – sehr weiträumig. Auch wenn zwei Drittel davon innerorts liegen und somit relativ gut einsehbar sind, wurde das Gelände in der Vergangenheit zu- nehmend zur Ablage von Müll missbraucht. Wir mussten dem Einhalt gebieten und haben daher auch alternative Lösungen geprüft. Als dann die Chance bestand, die Brache mit Hilfe der Förderrichtlinie VwV-Brachflächenrevitalisierung zu entwi- ckeln, haben wir zugeschlagen. 90 Prozent der Kosten werden vom Freistaat Sachsen übernommen. Hinzu kommt, dass uns die Stadt Leipzig nicht zusichern konnte, ob und wann es mit der Refinanzierung durch Investoren klappen würde. Seit Anfang des Jahres setzen Sie erste Maßnahmen auf dem Gelände um. Wie sehen die weiteren Schritte aus? Wir haben im Winter sehr viel Wildwuchs beseitigt. Das war notwendig, um die Gebäude abreißen zu können. Nachdem die Fördergelder angewiesen wurden, haben wir im August mit den Abrissarbeiten begonnen. Bis zum Jahresende werden alle Ge- bäude nach und nach verschwinden. Die entsiegelten Flächen werden dann erst einmal begrünt und mit einem kleinen Weg ausgestattet. Inwiefern das Gelände langfristig auch für andere Nachnutzungen in Frage kommt, steht derzeit noch nicht fest. Ehemaliges Volksgut Zschortau in der Gemeinde Rackwitz: Bis 1991 wurden hier Ferkel für das Schweinemastgut Taucha aufgezogen. Bis zuletzt Ort für illegale Müllentsorgungen: Mit dem Abbruch der maroden Bauten soll dem nun ein Ende gesetzt werden. 36 Nachhaltiges Flächenmanagement Ein Erfahrungsbericht Industrie- und Gewerbegebieten entwickelt. Ca. 15000 neue

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