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Nachhaltiges Flächenmanagement im Grünen Ring Leipzig

29 derts auf 18 bis 21 Tage verdoppeln. Klimakomfortinseln (Mindestflächengröße: ein Hektar) liefern hier neue Räume zur Versickerung und Verbesserung des Regenwasserrückhalts sowie zur Entstehung von Kaltluft. Damit leisten sie einen Beitrag zur höheren Luftfeuchtigkeit im Stadtgebiet. Jüngst wurde geprüft, wie sich bereits identifizierte »Gebiete zur Erhöhung des Anteils an klimatischen Komfortinseln auf Brachflächen« in die Datenbanken IKOMAN und IKOBRA integrieren lassen. Diese Zusatzinformationen bieten den Kommunen wichtige Entscheidungshilfen – für die Festle- gung von Kompensationsmaßnahmen und für die Wahl der Art der Brachenrevitalisierung. Zudem werden Synergien mit dem Leipziger Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben »Urbaner Wald« diskutiert. Urbane Wälder auf innerstädtischen Brachen Am Beispiel Leipzigs wird seit 2007 modellhaft die Anlage verschiedenartiger urbaner Waldflächen erprobt, die einen neuartigen Typus städtischer Freiflächen darstellen und sich deutlich von klassischen Waldflächen oder Parkanlagen unterscheiden. Es wird angestrebt, bis zu zehn Flächen zu entwickeln, die mit extensiveren Mitteln hergestellt und dauerhaft bewirtschaftet werden können. Zugleich sollen sie über Aufenthaltsqualitäten wie Spiel- und Bewegungsangebo- te verfügen und die angrenzenden Wohnquartiere attraktiver machen. Erprobt wird dies anhand eines möglichst breiten Spektrums von Brachflächentypen. Diese unterscheiden sich z. B. hinsichtlich der Größe, der Lage in Bebauungsstruktu- ren und Stadtquartieren, der Eigentumsverhältnisse und des Versiegelungsgrades. Als erstes Teilprojekt wurde 2010 eine rund 3,8 Hektar große Waldfläche auf dem Gelände der früheren Stadtgärtnerei an der Zweinaundorfer Straße fertiggestellt. Dafür sind mehr als 40 Prozent der Fläche entsiegelt worden. Bei der anschließen- den Gestaltung wurden die vorhandenen Wege und erhal- tenswerte Baumgruppen bewahrt sowie das Flächenraster des über 130 Jahre alten Geländes übernommen. Früchtetragende Wildgehölze, die an die ehemalige gärtnerische Nutzung erin- nern, stehen nun neben Waldbäumen. Bereiche zum Spielen, Verweilen und Spazierengehen wurden eingeordnet. Mit dem »Schönauer Holz« in Leipzig-Grünau folgte 2013 die zweite Modellfläche. Auf dem Areal des abgerissenen Plattenbau- komplexes »Eiger Nordwand« wurden ca. 5,5 Hektar urbaner Wald neu angepflanzt. Ein weiteres Teilprojekt ist auf einer Bahnbrache im künftigen Gleisgrünzug des Plagwitzer Bahn- hofs vorgesehen und soll in den nächsten Jahren umgesetzt werden. Im Fokus des vom Bundesamt für Naturschutz geförderten und von der Technischen Universität Dresden begleiteten Vorhabens liegt auch, potenzielle Oaseneffekte auf den Flä- chen zu prüfen. Mit ersten Ergebnissen kann 2015 gerechnet werden. Das Modellprojekt wurde bereits mehrfach ausge- zeichnet – darunter mit einer Belobigung beim Deutschen Städtebaupreis 2012. Viele andere Städte und Gemeinden signalisieren Interesse an ähnlichen Umsetzungen. Bäume und Freizeitflächen statt alter Platten- bauten: Das »Schönauer Holz« in Leipzig-Grünau wurde 2013 freigegeben. Vom Gärtnereigelände zur Modellfläche für das Projekt »Urbaner Wald«: 2010 fertiggestelltes »Stadt- gärtnerei-Holz« an der Zweinaundorfer Straße.

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