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Nachhaltiges Flächenmanagement im Grünen Ring Leipzig

zusammenhängende Brachen wie frühere Bahnanlagen und Militärliegenschaften. Den vorwiegenden Teil machen heute Baulücken und Freiflächen aus. Deren oft rasante Revita- lisierung, aber auch das kontinuierliche Brachfallen neuer Flächen bringen es mit sich, dass der Bestand an erfassten Brachflächen immer nur eine Momentaufnahme ist. Kaum Flächen zur Kompensation Viele Kompensationsmaßnahmen im GRL konnten in den vergangenen Jahren auf Brachflächen gelenkt werden. Vor allem in den Randlagen und in den Umlandkommunen wurden häufig alte Industrie- und Landwirtschaftsbrachen zurückgebaut, entsiegelt und aufgeforstet bzw. in Ackerland umgewandelt. Auch wurden Rasen und Wildblumen ein- gesät sowie Gehölze angepflanzt. Auf diese Weise konnten zahlreiche Gewerbe- und Infrastrukturprojekte realisiert und deren Eingriffe in Natur und Landschaft kompensiert werden. Dass sich die Zahl der im Kompensationsflächenpool IKO- MAN erfassten Flächen seit dessen Start im Jahr 2007 von damals 486 mittlerweile fast verdoppelt hat, ist an sich eine gute Nachricht. Allerdings lassen sich derzeit nur sechs Flä- chen mit einer Gesamtgröße von weniger als zwei Hektar für Kompensationszwecke sofort zuordnen. Allein fast 250 Flächen wurden im Prüfverfahren als ungeeignet bewertet, da planungsrechtliche Vorgaben und eine naturschutzfach- liche Aufwertung fehlten oder Flächeneigentümer nicht von der Rücknahme alter Baurechte überzeugt werden konnten. Folglich können nur noch wenige Ausgleichs- und Ersatz- maßnahmen, etwa für Großprojekte wie den Werkausbau der Porsche AG in Leipzig, direkt am Eingriffsort umge- setzt werden. Einigen Baumaßnahmen werden deshalb Kompensationsflächen in weiter entfernten Kommunen zugeordnet, da hier »noch« mehr Flächen verfügbar sind als z. B. in der Stadt Leipzig. Dieses Ungleichgewicht den vom Eingriff betroffenen Bürgern zu vermitteln, gehört zu den täglichen Herausforderungen des Kompensationsflächen- managements des GRL. Hinzu kommen lange Zeiträume zwischen der Zuordnung einer Kompensationsmaßnahme und deren Umsetzung. Da diese meist erst nach Bautätig- keit erfolgt und Eingriffen häufig mehrere Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen zugeordnet werden, können Jahre verstreichen, bis die Anwohner von der Aufwertung des Naturraums profitieren. Um die langen Umsetzungsräu- me zu verkürzen, setzt sich der GRL dafür ein, bereits zugeordnete Maßnahmen durch die Kommunen vorzufi- nanzieren und schneller zu realisieren. >> 27 Gefragter Standort für Kompensationszwecke: Alte Militärunterkünfte am ehemaligen Fliegerhorst Waldpolenz bei Brandis. * ausgenommen Belgershain, Böhlen, Borsdorf, Markranstädt, Schkeuditz und Zwen- kau, die keine Förderanträge gestellt haben bzw. jene Brachflächen, deren Nachnut- zung keine Begrünung vorsieht. Förderung der Renaturierung von Brachflächen im GRL* – Gesamtgröße der bewilligten Objekte: 118 Hektar (Zeitraum: 2000 – 2014, Quelle: Landesdirektion Sachsen) 3,38 Mio. Euro Förderung durch EU (EFRE) 1,51 Mio. Euro Förderung durch den Freistaat Sachsen (Landesbrachenprogramm) 1,15 Mio. Euro Eigenmittel der Kommunen Langfristig können die Flächen wieder bebaut werden. Die Zweckbindungsfrist für die Grünnutzung beträgt mindestens zehn Jahre. 6,04 Mio. Euro Gesamtkosten >> Das Leipziger Bewertungsmodell Das Modell dient der praxistauglichen und nachvoll- ziehbaren Bilanzierung von Eingriffen in Natur und Landschaft und berücksichtigt die Schutzgüter Was- ser, Klima, Boden, Flora/Fauna und Landschaftsbild. Es wurde 2002 auf Basis bereits vorhandener Bilan- zierungsmodelle entwickelt und an die besonderen Verhältnisse der Stadt Leipzig angepasst. So wurden u. a. 13 Landschaftsbildtypen inkl. einer eigenen Be- wertungsmethodik festgelegt, da andere Modelle das Landschaftsbild nicht berücksichtigen.

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