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Nachhaltiges Flächenmanagement im Grünen Ring Leipzig

>> Pflegekatalog der Stadt Leipzig Die Stadt Leipzig bietet Investoren die Möglich- keit, deren Kompensationsmaßnahmen umzu- setzen und bis zum Erreichen des Zielbiotoptyps zu pflegen. Hierbei löst der Investor die ent- sprechenden Kosten an die Stadt ab. Seit 2005 wird dazu ein Pflegekatalog verwendet, der den Zeitraum nach der Fertigstellungs- und Ent- wicklungspflege bis zum Erreichen des Zielbio- tops – Kompensationsaufwand genannt – genau festschreibt. Nachdem Untersuchungen gezeigt haben, dass die bisherigen Fristen von zwei bis drei Jahren nicht ausreichen, um das als Kom- pensationsmaßnahme festgesetzte Zielbiotop zu schaffen, werden nun z. B. 20 Jahre für Stra- ßenbäume und 30 Jahre für Wälder angesetzt. Leipzig ist eine der ersten Städte bundesweit, die dieses Verfahren anwendet. Zurzeit wird der Pflegekatalog fortgeschrieben – sowohl hin- sichtlich der Zielbiotope als auch der Neufest- legung des Kompensationsaufwands. Erweiterungsarbeiten der Porsche AG am Standort Leipzig: Für die erste und zweite Ausbaustufe wurden insgesamt ca. 33 Hektar Boden neu versiegelt. 18 >> Kompensation in der Stadt Leipzig Die Stadt Leipzig verfolgt das Ziel, 50 Prozent ihrer Kompensationsmaßnahmen auf inner- städtischen Brachflächen umzusetzen, die sich nicht mehr für eine neue Investition eig- nen (DS III/1956 vom 26.11.2001). Damit sol- len ein Beitrag zur Luftreinhaltung geleistet und das innerstädtische Mikroklima verbes- sert werden. Diese Strategie wird bereits im Flächennutzungs- und Landschaftsplan der Stadt berücksichtigt. Um die ambitionierten Ziele und Potenziale des gemeinde- übergreifenden Kompensationsmanagements zu verwirklichen, haben die Mitglieder des GRL klar definierte Aufgaben zu erfüllen. Jeder Kommune obliegt die Führung ihrer Ökokonten sowie die Verwaltung der eingezahlten Kompensationsgelder. Zudem muss sie die Zuordnung und Umsetzung externer Kompensationsmaßnahmen sicherstellen. Aber auch wenn sich das Kompensationsmanagement in seiner bisherigen Form bewährt hat, können damit nicht alle bekannten Hürden und Probleme gelöst werden. Folgende Faktoren erschweren die tägliche Umsetzung von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen: Geringe Verfügbarkeit von Flächen Besonders im Stadtgebiet von Leipzig stehen kaum noch geeignete Flächen zur Entsiegelung bereit. Viele potenzielle Flächen wurden im Prüfverfahren ausgeschlossen, da z. B. die planungsrechtlichen Erfordernisse und eine naturschutzfach- liche Aufwertung oder aber die Zustimmung der Eigentümer fehlten. Dies führt oft dazu, dass Maßnahmen in räumlicher Entfernung zum Eingriffsort umgesetzt werden. Die vom Ein- griff betroffenen Bürger verweigern dieser Praxis in der Regel die Akzeptanz. Große Zeitabstände zwischen Eingriff und Kompensation In der Regel liegt eine lange Frist zwischen Zuordnung und Umsetzung der Maßnahmen. Meist vergehen Jahre, bis die Bürger von den Kompensationsmaßnahmen profitieren kön- nen. Versuche, Maßnahmen vorzufinanzieren und damit eher umzusetzen, scheitern nicht selten an den fehlenden finanziel- len Mitteln in den Kommunen. Komplexe Brachen Auch die Kompensation auf brachgefallenen Gewerbeflä- chen bringt oft Hindernisse mit sich: Hohe Abrisskosten und Altlasten können trotz anteiliger Fördermöglichkeiten in einem unausgewogenen Verhältnis zur naturschutzfachlichen Aufwertung der Flächen stehen. Zudem muss die Dauerhaftig- keit der Begrünung gewährleistet sein. Dies kann sich mühsam gestalten, wenn bestehende Baurechte für die Flächen zurück- genommen werden müssen. Bei allen Herausforderungen im interkommunalen Brach- und Kompensationsflächenmanage- ment stehen jedoch die Chancen, Erfolge und positiven Bei- spiele der „gelebten“ regionalen Kooperation für alle Beteiligten im Vordergrund. Im Idealfall können sich die Städte und Gemeinden des GRL als bürger- und investorenfreundliche Akteure positionieren und zugleich die Natur und Landschaft des Bündnisraums zum Wohle aller entwickeln. Nachhaltiges Flächenmanagement Ein Erfahrungsbericht

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