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Nachhaltiges Flächenmanagement im Grünen Ring Leipzig

Marktgeschehen Grundstücksspekulationen in begehrten Lagen, rasante Flächenentwicklungen und häufige Wechsel der Besitzver- hältnisse sind Herausforderungen, mit denen sich vor allem die Stadt Leipzig konfrontiert sieht und die die Aktualität des Flächenkatasters erschweren: Was gestern noch eine Brach- fläche war, kann heute bereits genutzt werden. In weniger gefragten Stadtvierteln und auch einigen Umlandkommu- nen warten hingegen noch viele Grundstücke auf eine neue Verwendung. Finanzielle Mittel Die Komplexität vieler Brachen zeigt, dass es den Kommunen (und zum Teil auch Investoren) nur selten gelingt, die Flächen aus eigener finanzieller Kraft zu entwickeln, und die hierbei anfallenden Revitalisierungskosten nur zum Teil durch Förder- mittel gedeckt werden. Nicht immer können die Städte und Gemeinden diesen notwendigen Eigenanteil aufbringen. Die langfristige Wiedernutzung von Brachflächen hält jedoch ein Potenzial bereit, das die Bewältigung der genannten Herausforde- rungen zu einer vielversprechenden Aufgabe macht. Sie umfasst: • die Erhaltung landwirtschaftlicher Nutzflächen • die Bebauung innerstädtischer Brachflächen und Baulücken, die der Zersiedelung der Landschaft entgegenwirkt und den Flächenverbrauch mindert • die Begrünung dicht bebauter Stadtgebiete • eine Steigerung von Erholungspotenzial und Wohnum- feldqualität • die Beseitigung städtebaulicher Missstände und eine Aufwertung des Stadt- bzw. Gemeindebildes • eine aktive Mitarbeit bei der Gestaltung des Kulturlandes >> Bewährt: Gestattungsvereinbarungen in der Stadt Leipzig Der hohe Anteil an Grundstücken in Privatbesitz führt häufig dazu, dass Brachflächen nicht revitalisiert wer- den können, um sie z. B. einer öffentlichen Nutzung zuzuführen. Bewährt hat sich hier das von der Stadt Leip- zig entwickelte Instrument der Gestattungsvereinbarung: Mit privaten Eigentümern wird darin ausgehandelt, dass sie ihr Grundstück für mind. fünf Jahre einer öffentlichen Nutzung zur Verfügung stellen. Ein etwa exis- tierendes Baurecht bleibt allerdings bestehen und kann nach Ablauf der Frist wieder beansprucht werden. Zwischen 1999 und 2012 wurden 280 Gestattungsvereinbarungen über eine Gesamtfläche von ca. 17,5 Hektar geschlossen. Zu den Nutzungsarten zählen u. a. Grün-, Sport- und Spielflächen sowie öffentlich zugängliche Innenhöfe, Nachbarschafts- und Gemeinschaftsgärten sowie Kunst im öffentlichen Raum. 17 Kompensationsflächenmanagement Novellierungen des BauGB und des BNatSchG erlauben es seit 1998, Kompensationsmaßnahmen räumlich und zeitlich vom Eingriff zu entkoppeln. Die daraus resul- tierenden städtebaulichen, naturschutzfachlichen und planerischen Vorteile nahmen die Kommunen des GRL zum Anlass, sukzessive ein interkommunales Kompensa- tionsflächenmanagement aufzubauen. Auf diese Weise ist es möglich, Eingriffe durch Zuordnung von umsetzungs- fähigen Maßnahmen im gesamten Naturraum vollstän- dig zu kompensieren. Dieser schließt die Kommunen des GRL ein. Ballungszentren wie die Stadt Leipzig stehen hier vor besonders großen Herausforderungen. Das schafft vielfältige Potenziale: Siedlungsbereiche werden optimal durchgrünt, der Biotopverbund wird dichter vernetzt und den Landwirten werden keine wertvollen Anbauflächen zur Kompensation entzogen. Der Land- schaftsraum wird ökologisch aufgewertet und abwechs- lungsreicher gestaltet. Chancen des interkommunalen Kompensationsflächenmanagements • Erleichterung der Ansiedlung von Investoren durch gezielte Beratung bezüglich geeigneter Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen und Unterstützung im Genehmi- gungsverfahren • vollständige Kompensation von Eingriffen in Bauleitver- fahren und Fachplanungen • bessere Umsetzung der Grünkonzepte des GRL • Lenkung von Kompensationsmaßnahmen in den Innen- bereich durch Revitalisierung von Brachflächen • Erhalt bzw. Aufwertung des Bodens

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